Die Miete ist ein wichtiger Faktor im Lebensalltag vieler Menschen. In manchen Regionen Deutschlands macht sie bis zu 50 % der monatlichen Fixkosten aus. Wenn Sie sich schon immer gefragt haben, wie Ihr Vermieter Ihre Miete eigentlich bestimmt hat, erhalten Sie im Folgenden einige Anhaltspunkte.
Auch wenn es Ihnen vorkommen mag, dass er die Miete einfach gewürfelt haben könnte, dürfen wir 
Sie beruhigen. Die Bestimmung der Miete unterliegt Gesetzen, auf die Sie sich als Mieter berufen können.

Mietspiegel als Basis

Bevor Sie die Miete für ein Objekt bestimmen können, müssen Sie zunächst den sogenannten Mietspiegel kennenlernen. Hierbei handelt es sich um eine gesetzlich vorgesehene Möglichkeit, die ortsüblichen Mieten zu vergleichen. Aus dem Mietspiegel lassen sich die Netto-Kaltmieten ablesen, die in einer Gemeinde oder einem Stadtbezirk zu zahlen sind. Die Tabelle wird von den jeweiligen Behörden zur Verfügung gestellt und anhand unterschiedlicher Faktoren bemessen. Beispielsweise fließen Merkmale wie Wohnungsgröße, Lage, Baujahr und Ausstattung mit in die Berechnung des Mietpreisniveaus ein. Der Mietspiegel besteht aus Preisspannen, die angeben, wie hoch die durchschnittlichen Mieten in einem bestimmten Bereich ausfallen.

Die Miete berechnen

Existiert der Mietspiegel für den Gültigkeitsraum, in dem ein Vermieter sein Objekt anbietet, so muss er seine Preise hiernach kalkulieren. Dazu passt er seine Miete durch Faktoren wie Renovierungsstand, Möblierung oder besondere Ausstattungen an die Werte aus dem Mietpreisspiegel an und errechnet den Preis pro Quadratmeter Kaltmiete. In Regionen mit Mietpreisbremse (also dort, wo ein angespannter Wohnungsmarkt herrscht) darf dieser Preis bei neuen Verträgen nicht mehr als 10 % über den Werten aus dem Mietpreisspiegel liegen. Zur Mietpreisbremse gibt es Ausnahmen, aber dennoch ist sie ein guter Indikator. Sollte in der zutreffenden Region kein angespannter
Wohnungsmarkt herrschen, dürfen Preise dennoch nicht frei bestimmt werden. Ohne Mietpreisbremse
gilt eine Miete von über 20 % über dem Mietpreisspiegel als überhöht, wenn der Vermieter nicht nachweisen kann, dass dies für seine Kosten notwendig ist. Mietwucher liegt vor, wenn der Preis sogar mehr als 50 % über der ortsüblichen Miete liegt. In allen Fällen kann der Mieter gegen die Preisermittlung seines Vermieters vorgehen.

Miete ohne Mietspiegel bestimmen

Für Mieter können Probleme entstehen, wenn in ihrer Gemeinde oder ihrem Bezirk kein Mietspiegel existiert. Die Behörden sind nicht dazu verpflichtet, einen solchen auszustellen, wodurch gesetzliche Lücken entstehen. In einem solchen Fall kann der Mieter ortsübliche Mieten über vergleichbare Objekte selbst bestimmen. Dieses Unterfangen ist nicht leicht, aber dennoch vom Gesetzgeber akzeptiert. Die Kalkulation muss jedoch klar nachvollziehbar und faktenbasiert sein.

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